Geografische und politische Lage
Das Südchinesische Meer gehört zu den umstrittensten Meeresregionen weltweit, vor allem die Spratly- und die Paracel-Inseln. Diese Gebiete sind nicht nur politisch umkämpft, sie haben auch große strategische Bedeutung. Durch sie laufen einige der wichtigsten Seehandelsrouten, über die ein großer Teil des weltweiten Waren- und Energiehandels abgewickelt wird. Man vermutet dort zudem bedeutende Öl- und Gasvorkommen sowie reiche Fischbestände, was die wirtschaftliche Attraktivität der Region noch erhöht. Der Inselbau durch China verschärft die Spannungen mit Anrainerstaaten wie Vietnam, den Philippinen, Malaysia, Brunei und Taiwan.
Wie China die Inseln baut
China verwendet ausgefeilte Methoden, um aus versunkenen Korallenriffen neue Landflächen zu schaffen. Schweres Gerät saugt Sand vom Meeresboden ab und bringt ihn Schicht für Schicht auf die Riffe auf. Die aufgeschütteten Flächen werden verdichtet und mit Beton- und Felssperren gegen Wellen und Erosion gesichert. Diese Vorgänge ließen sich sogar anhand von Satellitenbildern aus dem Orbit beobachten. Auf den neu gewonnenen Flächen hat China umfangreiche Infrastruktur errichtet: Landebahnen, Häfen, Stromsysteme, Entsalzungsanlagen und Radarkuppeln. Solche Anlagen sind nicht nur bauliche Maßnahmen, sie signalisieren auch Chinas militärische und politische Präsenz in der Region.
Umwelt- und rechtliche Folgen
Der Inselbau hat erhebliche ökologische Folgen. Studien zeigen, dass die Arbeiten Korallenriffe zerstören und das Wasser eintrüben, wodurch die Belastung für eines der artenreichsten Meeresökosysteme der Erde steigt. Auch rechtlich ist die Lage kompliziert. Nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) stehen Chinas Ansprüche innerhalb der sogenannten „Neun-Striche-Linie“ im Widerspruch zum Schiedsspruch von 2016 (Schiedsspruch des Ständigen Schiedshofes in Den Haag), der zentrale chinesische Ansprüche zurückwies. China erkennt dieses Urteil nicht an und setzt die Bautätigkeiten fort, was die Spannungen in der Region weiter anheizt.
Strategische Folgen und Stimmen vor Ort
Die neuen Inseln verändern das Machtgefüge in Asien, weil China seine Kontrolle über diese strategisch hochwichtige Region ausbaut. Ein philippinischer Fischer, zitiert von „Trach Graphy“, bringt das ganz persönlich auf den Punkt: „Sie sagen, das sei nicht mehr unser Wasser.“ Solche Aussagen zeigen den menschlichen und geopolitischen Druck, dem die Anrainerstaaten ausgesetzt sind. Berichte von Portalen wie „Ecoticias“ heben die Komplexität der Lage und Chinas Rolle als dominierenden Akteur hervor.
China formt durch Landaufschüttung im Südchinesischen Meer neue Realitäten. Weil die Veränderungen im geopolitischen Machtgefüge weiter die Stabilität Asiens herausfordern, ist ein gründliches Verständnis dieser Dynamik für politische Entscheidungsträger und die internationale Gemeinschaft wichtig. Jeder Schritt beim Bau neuer Inseln kann die Balance in einem der strategisch bedeutendsten Gebiete der Welt verschieben. Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft könnte über die künftige Stabilität der Region mitentscheiden.