Technik: was das möglich macht
Der T-Flight ist so ausgelegt, dass er bis zu 965 km/h erreichen kann. Damit läge er deutlich über den derzeit schnellsten betriebsfähigen Zügen, etwa dem Shanghai Maglev mit 431 km/h, und auch über der Reisegeschwindigkeit einer Boeing 737. In der zweiten geplanten Phase des Projekts könnte eine Teststrecke von 60 km Länge eine Zielgeschwindigkeit von 1.000 km/h ermöglichen. Eine dritte, spekulative Phase strebt sogar 4.000 km/h an, was die Schallgeschwindigkeit fast dreimal übertreffen würde.
Beim ersten Test im Februar 2024 erreichte der Zug auf einer 2,0 km langen Teststrecke bereits 623 km/h und überbot damit den bisherigen experimentellen Rekord der japanischen L0 Series von 602 km/h. Dieser experimentelle Spitzenreiter der Maglev-Technologie soll im Jahr 2027 in Betrieb genommen werden.
Bewährtes trifft auf neues Design
Das T-train-System verbindet Magnetschwebetechnik mit Niedrigvakuumröhren, angelehnt an Hyperloop-Konzepte. Elektromagnetische Aufhängung (EMS) und elektrodynamische Aufhängung (EDS) lassen den Zug reibungsarm über die Führungsbahnen schweben. Supraleitende Magnete und wechselnde Magnetfelder, erzeugt von Spulen entlang der Strecke, sorgen für die nahezu reibungslose Bewegung. In den Niedrigvakuumröhren wird der Luftwiderstand praktisch aufgehoben, was diese extremen Geschwindigkeiten erst erlaubt. Der genaue Druck in den Röhren ist zwar nicht öffentlich bekannt, Experten schätzen ihn näher am unteren Ende der Skala (also sehr niedriger Druck).
Hürden und kritische Stimmen
Trotz der Fortschritte tauchen viele Fragen auf: Was passiert bei Druckverlust in den Röhren? Welche Kräfte sind für Passagiere noch tragbar? Wie lassen sich Beschleunigung und Bremsen bei solchen Geschwindigkeiten sicher regeln? Antworten darauf stehen noch aus. Experten weisen zudem auf die enormen Kosten für den Bau der nötigen Infrastruktur hin, vor allem der langen, geraden Röhren. Historisch sind viele Hyperloop-Projekte gescheitert; Hyperloop One wurde nach finanziellen Aufwendungen von 414 Millionen Euro im Jahr 2023 aufgelöst.
Der Transportexperte Mark Smith bringt es auf den Punkt: “Ich glaube es erst, wenn ich es sehe.” Gleichzeitig merkt er an, dass China mit seiner durchsetzungsstarken Politik möglicherweise weniger auf klassische Kosten-Nutzen-Analysen angewiesen ist, um solche Technologie voranzutreiben.
Internationales Bild und Chinas Ambitionen
China verfolgt mit T-Flight das ehrgeizige Ziel, Megastädte zu verbinden und Flugreisen Konkurrenz zu machen. Ähnliche Technologien wurden in Ländern wie der Schweiz, den Niederlanden, den Vereinigten Staaten und Indien geprüft; Indien plant, ab 2026 mit der Forschung zu beginnen. Laut Andrés de León, CEO von HyperloopTT, zeigt Chinas Erfolg, dass Hyperloop-Technologie kein ferner Traum mehr ist.
Der Wettlauf um die Überschallbahn läuft inzwischen weltweit. China demonstriert, wie aus früheren Visionen konkrete Projekte werden können. Wird der T-Flight den Startschuss für eine neue Reisewelle geben? Eines steht fest: Die Entwicklungen aus dem Reich der Mitte bleiben spannend zu verfolgen.