Wie der Wandel entstanden ist
Der Wandel fußt auf einer Mischung aus technischen Neuerungen und ökologischen Programmen. Mit Fokus auf Aufforstung und ökologischem Ingenieurwesen gelingt es China, große CO₂-Mengen zu binden. Die Xi’an Jiaotong University und das Tianjin Institute of Industrial Biotechnology gehören zu den Vorreitern bei der Erforschung neuer Wege zur CO₂-Verwertung.
Ein Kernstück der Strategie ist die sogenannte “atmosphärische Ernte” — ein Begriff für die Fähigkeit, CO₂ durch Pflanzenwachstum und biotechnologische Systeme aus der Luft zu holen. Dazu zählen nationale Forstprogramme zur Kohlenstoffbindung, Maßnahmen gegen Desertifikation und die Wiederherstellung von Wassereinzugsgebieten.
Neue Technologien und Biotech‑Ansätze
Chinas Einsatz von Biotechnologien geht über reine CO₂-Speicherung hinaus. Entwickelt wurde etwa ein Doppelreaktorsystem mit einem anaeroben und einem aeroben Reaktor (ohne bzw. mit Sauerstoff). Im anaeroben Reaktor wird CO₂ durch mikrobielle Elektrosynthese in Acetat umgewandelt. Dieses Zwischenprodukt wird dann im aeroben Reaktor von aeroben Bakterien der Gattung Alcaligenes in proteinreiche Biomasse verwandelt.
Die so erzeugte Biomasse hat eine Proteinkonzentration von 74 %, was sie für den menschlichen Verzehr und als Tierfutter interessant macht. Zudem ist die Trockenmasseausbeute mit 17,4 g/L hoch, ein Wert, der in Experimenten erreicht wurde. Diese Ergebnisse übertreffen den Proteingehalt von Fisch und Soja und eröffnen Perspektiven für nachhaltige Nahrungsmittelproduktion.
Raumfahrt und Energie praktisch angewendet
Die Technologien finden sogar in der Raumfahrt Anwendung. An Bord der Tiangong-Raumstation untersuchen Astronauten künstliche Photosynthese, um ein geschlossenes Lebenserhaltungssystem zu entwickeln (wichtig für Langzeitmissionen). Solche Systeme könnten bei künftigen Mars‑ oder Mondmissionen eine große Rolle spielen.
Parallel dazu treibt China die saubere Energieerzeugung voran. Ein Beispiel dafür ist die schwimmende Solarrevolution mit einer beeindruckenden neuen Kapazität von 94,5 GW im Bau — angepriesen als künftiges “weltgrößtes Stromnetz”.
Was das für die globale Kohlenstoffwirtschaft heißt
China zeigt, wie sich Kohlendioxid in eine wirtschaftliche Ressource umwandeln lässt und damit alte Denkweisen infrage stellt. Durch die Verbindung von atmosphärischem Management, CO₂‑zu‑Protein‑Forschung und raumfahrtbezogener Photosynthese entsteht ein Modell für eine “kohlenstoffbasierte Ressourcenwirtschaft”. Die Umsetzung dieser Technologien könnte die “globale Kohlenstofflücke verengen” und anderen Ländern zeigen, wie sich Maßnahmen zur Emissionsminderung wirtschaftlich nutzen lassen.
Der Erfolg Chinas legt nahe, dass ein dauerhaft verändertes Kohlenstoffmanagement nicht nur möglich, sondern praktikabel ist. Diese Entwicklungen fordern die internationale Gemeinschaft dazu auf, eigene Ansätze neu zu denken und stärker in eine nachhaltige Zukunft zu investieren. Bleibt die Frage, ob andere Länder bereit sind, Chinas Beispiel zu folgen und in diese Richtung zu investieren.